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Monday, 16 December 2019
 

Bibs 18.06.2008
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Written by Bürgerinitiative Innenhof Braunschweig
Sunday, 26 April 2009

BIBS-Fraktion Frank Gundel Platz der Deutschen Einheit 1 Rathaus 38100 Braunschweig
Bürgerinitiative für den Erhalt des Innenhofes Nußbergstraße
Bernd Müller
Husarenstraße 49


Frank Gundel
BISS Fraktionsvorsitzender
im Rat der Stadt Braunschweig
Platz der Deutschen Einheit 1
38100 Braunschweig
38104 Braunschweig
0531/ 470-2181 frank.gundel@bibs-fraktion.de


Braunschweig, 18. Juni 2008
Bürgerinitiative für den Erhalt des Innenhofes Nußbergstraße

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir begrüßen Ihr Engagement, sich für Ihre Interessen in Ihrem unmittelbaren Umfeld einzusetzen und den Ihnen möglichen Einfluss auf Planungen wahrneh­men. Wie wir Ihren Ausführungen entnehmen können, haben Sie bereits einige Erfolge zu verzeichnen.


Grundsätzlich ist eine Bebauung des Innenhofes nach Meinung der BIBS-Fraktion denkbar und möglich, stellt er im Vergleich zu den Innenbereichen umliegender Häuserblöcke eine sehr große und geräumige Fläche dar, die mit der geplanten Bebauung noch immer eine hohe Durchlässigkeit gewährt. Ein von uns unter­stütztes Bebauungsplanverfahren gibt nicht nur Ihnen, sondern auch allen ande­ren Trägern öffentlicher Belange (u.a. der Feuerwehr) die Möglichkeit, Bedenken und Anregungen zu äußern. Ziel des Verfahrens muss sein, einen verträglichen Kompromiss zwischen den verschiedenen Interessen zu finden. Gebäudehöhen, Abstandsflächen und sogar Vorgaben zur Begrünung sind im letztendlich zu ver­abschiedenden Bebauungsplan vorzugeben. Wir sind mit dieser Lösung im Ver­gleich zu einer Baugenehmigung nach §34 BauGB sehr zufrieden, weil damit Ein­flussnahmen möglich sind und es nicht allein der Verwaltung obliegt, ohne politi­sche Beteiligung und ohne Beteiligung der Bevölkerung das Baurecht auszuspre­chen.


Eine kleine Korrektur möchten wir hinsichtlich Ihrer Ausführungen zur GFZ ge­ben. Die Grundflächenzahl ist die GRZ. Sie beschreibt die maximal anteilig vom Gesamtgrundstück zu bebauende (und versiegelnde) Fläche. Eine Tiefgarage, auch wenn sie oberflächlich nicht sichtbar ist, stellt auch eine bebaute und ver­siegelte Fläche dar. Die Geschossflächenzahl ist die GFZ. Sie beschreibt das ma­ximal zulässige Verhältnis zwischen Geschossfläche zur Grundstücksfläche und damit konkret, wie viel Bruttogeschossfläche insgesamt zulässig ist.


Wie Sie bereits richtig schreiben, ist die Gebäudehöhe mit 13,80m verbindlich festgelegt und liegt damit unter der Traufhöhe der umliegenden Gebäude. Die Verschattung einzelner Wohnungen wird bei den vorgeschlagenen Maßen und Abstandswahrungen weitgehend ausgeschlossen bzw. für wenige Zeiten auf die Erdgeschosse reduziert.
BIBS-Fraktion im Braunschweiger Stadtrat


Sie sprechen außerdem eine Vielzahl von anderen Themen an, mit denen Sie von der konkreten Verdichtung ihres Innenhofes auf grundsätzliche Fragestellungen der Stadtentwicklung verweisen. Es stimmt, dass Leitbilder zur Stadtentwicklung überdacht und aktualisiert werden müssen. Eine wirkliche Neuerung der aktuel­len Baulandpolitik von Verwaltung und den Mehrheitsfraktionen CDU/FDP stellt die geplante Nachverdichtung Ihres Hofes nicht dar. Zahlreiche weitere Beispiele in der Innenstadt (Stadtvillen am Botanischen Garten, Bebauung am Gausberg, Nachverdichtung an der Markthalle) sind Projekte mit gleicher Zielsetzung und wurden teilweise von Ihnen benannt. Das Projekt stellt somit keinen Präzedenz­fall dar.


Es ist verständlich, dass Sie als Anwohnerinnen und Anwohner einer Bebauung vor Ihrer Tür kritisch gegenüber stehen. In Ihre gewohnte Umgebung wird ein­gegriffen.
Grundsätzlich befürwortet die BIBS-Fraktion, wenn sich Menschen vor Ort zu­sammenschließen und die Stadtgestaltung in Ihrem Interesse selbst vornehmen. Einem Kauf des Grundstückes durch eine Anzahl von Anwohnerinnen und An­wohnern stehen aus unserer Sicht keine Bedenken gegenüber. Damit steht den Eigentümern offen, ob bzw. in welcher Dichte (selbstverständlich im Maß der Be­bauungsplanvorgaben) der Innenhof genutzt werden kann.


Leerstände sind im östlichen Ringgebiet im Vergleich zu anderen Stadtteilen ge­ring. Wie auch Sie möchten viele Bürgerinnen und Bürger in dem schönen Stadt­teil wohnen.
Die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner sollte durch die Nachver­dichtung im Innenhof Nussbergstraße nur gering eingeschränkt werden. Im Zeit­raum der Bauvorhaben ist mit Unannehmlichkeiten (Lärm und Staubbelastung) zu rechnen, die bei jedem Bauvorhaben unvermeidlich sind.
Die verkehrliche Situation ist ein großes Problem im östlichen Ringgebiet. Ein sehr gutes Angebot mit öffentlichen Verkehrsmitteln fehlt gerade in Ihrem Um­feld und bietet damit keine attraktive Alternative zum Pkw. Es sind vor allem die Mehrheitsfraktionen CDU und FDP, die ein besseres Angebot durch reduzierte Defizitausgleiche der Braunschweiger Verkehrs AG zu verantworten haben.


Unseres Wissens forderte der Stadtbezirksrat die Verwaltung mehrfach auf, ein Parkraumkonzept für das östliche Ringgebiet zu entwickeln. Diese muss nach un­serer Auffassung auch enthalten, andere Verkehrsträger aufzuwerten und damit attraktiver zu machen. Eine einseitige Ausrichtung auf die Sicherung des Pkw-Verkehrs können wir nicht befürworten. Jedem Haushalt kann kein Parkplatz zur Verfügung gestellt werden.


Wir hoffen mit diesem Schreiben auf die an die Politik und damit auch an die BIBS-Fraktion gerichteten Fragen ausreichende Antworten gegeben zu haben. Darüber hinaus haben Sie bereits ein Gespräch mit unserem Fraktionsgeschäfts­führer Herrn Walther sowie mit anderen BISS-Ratsmitgliedern informell geführt. Sie haben mit ihrem Engagement bereits einige Planungsänderungen erwirkt, was einen großen Erfolg darstellt. Für Ihr weiteres Vorgehen wünschen wir Ihnen viel Erfolg.
Mit freundlichen Grüßen


Frank Gundel BISS-Fraktionsvorsitzender
BIBS-Fraktion im Braunschweiger Stadtrat
Frank Gundel - Peter Rosenbaum - Horst Steinert - Heiderose Wanzelius

Last updated ( Sunday, 10 May 2009 )
 

 
      
 
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